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Baby wickeln: Tipps für Neugeborene & den Alltag

Gerade beim ersten Kind sind viele Eltern anfangs unsicher. Wie oft muss ein Baby gewickelt werden? Welche Produkte braucht man wirklich? Und was tun, wenn das Baby beim Wickeln weint oder sich ständig wegdreht? Die gute Nachricht: Mit etwas Übung wird das Wickeln schnell zur Routine. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf es beim Wickeln ankommt und welche Tipps den Alltag erleichtern.
Baby wickeln: Tipps für Neugeborene & den Alltag

Wickeln gehört zu den Aufgaben, die Eltern in den ersten Lebensmonaten am häufigsten übernehmen. Gleichzeitig ist es weit mehr als reine Babypflege: Beim Wickeln entstehen viele kleine Momente der Nähe. Dein Baby spürt deine Berührungen, hört deine Stimme und lernt nach und nach, Vertrauen zu fassen.

Wie wickelt man ein Baby richtig?

Schritt für Schritt wickeln

1. Alles bereitlegen

Bevor du mit dem Wickeln beginnst, solltest du alle benötigten Utensilien griffbereit haben, damit dein Baby zu keiner Zeit unbeaufsichtigt bleibt. Dazu gehören eine frische Windel, Waschlappen und Wasser oder Feuchttücher, eventuell Wundschutzcreme und Wechselkleidung.

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2. Windel öffnen und Baby anheben

Öffne die Windel und klappe das Vorderteil nach unten. Zum Anheben des Pos kannst du die Oberschenkel deines Babys vorsichtig umfassen. Als Rechtshänder greifst du dabei mit der linken Hand den rechten Oberschenkel, während das linke Bein auf deinem Unterarm liegt. Anschließend hebst du den Po leicht an, ohne die Wirbelsäule stark zu krümmen oder den Nacken zu belasten.

Alternativ kannst du dein Baby sanft über die Hüfte auf die Seite drehen. Diese Methode schont den Rücken und wird besonders bei Neugeborenen oder Babys mit Koliken oft als angenehmer empfunden.

Tipp: Sprich während des Wickelns mit deinem Baby, halte Blickkontakt und erkläre, was du gerade machst. Das schafft Vertrauen und macht das Wickeln für viele Babys entspannter.

3. Baby reinigen

Nutze das Vorderteil der geöffneten Windel, um grobe Verschmutzungen zunächst aufzufangen. Anschließend reinigst du den Windelbereich mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser. Gerade in den ersten Lebenswochen reicht Wasser oft völlig aus.

Achte darauf, Hautfalten sorgfältig zu reinigen und insbesondere bei Mädchen immer von vorne nach hinten zu wischen. Wenn du Feuchttücher verwendest, sollten diese möglichst frei von unnötigen Zusatzstoffen sein.

Anschließend kannst du die verschmutzte Windel zusammenrollen, die Klettverschlüsse verschließen und später entsorgen.

4. Haut trocknen und bei Bedarf pflegen

Lass die Haut nach dem Reinigen kurz an der Luft trocknen. Viele Babys genießen diesen Moment und strampeln dabei vergnügt auf der Wickelunterlage. Wenn es schneller gehen muss, kannst du die Haut vorsichtig mit einem weichen, trockenen Waschlappen trocken tupfen. Vermeide dabei starkes Reiben.

Ist die Haut gerötet, kann eine dünne Schicht Wundschutzcreme helfen. Trage sie jedoch sparsam auf, damit die Windel weiterhin ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann und die Poren nicht von der Creme verstopft werden.

5. Frische Windel anlegen und Sitz kontrollieren

Schiebe das Hinterteil der frischen Windel unter den Po deines Babys und klappe das Vorderteil über den Bauch. Anschließend die Windel verschließen. Bei Neugeborenen, deren Nabel noch nicht vollständig verheilt ist, sollte der Windelbund unterhalb des Nabels liegen oder umgeschlagen werden.

Kontrolliere anschließend den Sitz der Windel: Zwischen Bauch und Windel sollten noch etwa zwei Finger Platz haben. Zum Schluss die gerafften Beinbündchen nach außen ziehen. So sitzt die Windel besser und läuft seltener aus.

Was braucht man zum Wickeln wirklich?

Die Liste an Wickelzubehör scheint vor der Geburt oft endlos. Tatsächlich braucht es für den Alltag deutlich weniger, als viele Eltern zunächst vermuten.

Ein fester Wickelplatz

Ein fester Wickelplatz erleichtert den Alltag enorm. Viele Familien entscheiden sich für eine Wickelkommode mit ausreichend Stauraum für Windeln, Kleidung und Pflegeprodukte. Eine weiche, abwischbare Wickelunterlage sorgt dafür, dass dein Baby bequem liegt.

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In den ersten Lebensmonaten kann ein Heizstrahler oder eine Wärmelampe besonders in den kälteren Monaten für angenehme Temperaturen sorgen. Gerade Neugeborene kühlen beim Wickeln schnell aus und empfinden die zusätzliche Wärme oft als sehr angenehm. In den Sommermonaten oder in gut beheizten Räumen ist eine zusätzliche Wärmequelle dagegen meist nicht notwendig. Wichtig ist dabei, dass Kabel außerhalb der Reichweite des Kindes verlaufen und die Wärmequelle ausreichend Abstand zum Wickelplatz hat.

Die wichtigsten Wickelutensilien

  • Windeln

  • Waschlappen & Wasser oder Feuchttücher

  • Wickelunterlage

  • Wechselkleidung

  • Windeleimer oder Müllbeutel

Welche Pflegeprodukte braucht man wirklich?

Gerade bei Neugeborenen gilt oft: Weniger ist mehr. Für die tägliche Reinigung reicht Wasser in den meisten Fällen völlig aus. Wundschutzcreme wird nur bei Bedarf verwendet, etwa wenn die Haut bereits gerötet ist. Viele weitere Pflegeprodukte sind für die normale Babypflege zunächst nicht notwendig.

Wer den Wickelplatz praktisch organisieren möchte, findet in unserem Ratgeber zur Wickelkommode weitere Tipps für die optimale Aufbewahrung von Windeln, Kleidung und Pflegeprodukten.

Zum Ratgeber: Wickelkommode organisieren

Wie oft und wann sollte man ein Neugeborenes wickeln?

Grundsätzlich sollte die Haut im Windelbereich möglichst trocken bleiben. Besonders nach dem Stuhlgang ist es wichtig, die Windel zeitnah zu wechseln, damit die empfindliche Haut nicht unnötig gereizt wird.

Neugeborene benötigen häufig acht oder mehr frische Windeln pro Tag. In den ersten Wochen empfehlen viele Hebammen beim Stillen, zunächst eine Brust anzubieten, anschließend die Windel zu wechseln und danach die zweite Brust zu geben. Der Grund: Stillen ist für Neugeborene anfangs sehr anstrengend und viele Babys schlafen dabei schnell ein. Durch das Wickeln werden sie noch einmal wach und trinken anschließend oft besser weiter. Gleichzeitig werden beide Brüste regelmäßiger angeregt.

Trinkt dein Baby bereits zuverlässig oder ist schon etwas älter, muss diese Reihenfolge nicht mehr eingehalten werden. Schläft dein Baby nach dem Stillen oder Fläschchengeben entspannt ein und die Windel ist nicht stark gefüllt, sollte der Schlaf möglichst nicht für einen Windelwechsel unterbrochen werden. Welche Reihenfolge für euch am besten funktioniert, hängt letztlich von den Bedürfnissen eures Babys und eurem Alltag ab.

Mit zunehmendem Alter reduziert sich die Anzahl der Windelwechsel meist auf etwa sechs bis acht Mal täglich.

Als Orientierung gilt:

  • nach jedem Stuhlgang wickeln

  • nasse Windeln regelmäßig wechseln

  • insgesamt meist sechs bis zehn Windeln pro Tag

Wie oft nachts wickeln?

Nachts muss nicht bei jeder nassen Windel gewickelt werden. Moderne Windeln können viel Flüssigkeit aufnehmen und halten die Haut meist ausreichend trocken.

Hat dein Baby jedoch Stuhlgang oder ist die Windel sehr voll, sollte sie gewechselt werden. Ansonsten gilt: Schlaf ist nachts oft wichtiger als ein zusätzlicher Windelwechsel.

Unterwegs wickeln?

Auch unterwegs lässt sich dein Baby problemlos wickeln – mit etwas Vorbereitung wird der Windelwechsel schnell zur Routine. Wichtig ist vor allem eine gut gepackte Wickeltasche, damit du alles griffbereit hast.

Zur Grundausstattung gehören:

  • Windeln

  • Wickelunterlage

  • Feuchttücher oder Waschlappen

  • Pflegecreme

  • Wechselkleidung

  • Plastiktüten oder Beutel für gebrauchte Windeln

Nicht überall gibt es einen Wickeltisch. Deshalb ist eine faltbare Wickelunterlage besonders praktisch. Im Notfall können auch eine Parkbank, eine Wiese oder andere saubere, ebene Flächen als Wickelplatz dienen. Achte dabei darauf, dass dein Baby sicher liegt und vor direkter Sonneneinstrahlung, Wind oder Kälte geschützt ist.

Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

Ob Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln die bessere Wahl sind, hängt vor allem von euren persönlichen Vorlieben und eurem Alltag ab. Beide Varianten haben ihre Vorteile.

Vorteile von Stoffwindeln

Stoffwindeln gelten als nachhaltige Alternative zu Einwegwindeln. Da sie gewaschen und wiederverwendet werden können, entsteht deutlich weniger Müll. Langfristig können Stoffwindeln außerdem günstiger sein als Wegwerfwindeln. Viele Eltern schätzen zudem die natürlichen Materialien, die direkt mit der empfindlichen Babyhaut in Kontakt kommen.

Vorteile von Wegwerfwindeln

Wegwerfwindeln sind besonders unkompliziert im Alltag. Sie lassen sich schnell wechseln, benötigen keine zusätzliche Wäsche und sind vor allem unterwegs sehr praktisch. Moderne Windeln verfügen außerdem über eine hohe Saugkraft und halten die Haut lange trocken.

Welche Variante besser zu euch passt, hängt letztlich von euren Prioritäten ab. Viele Familien kombinieren sogar beide Systeme und nutzen beispielsweise zu Hause Stoffwindeln und unterwegs Wegwerfwindeln.

Probleme beim Wickeln

Was tun, wenn das Baby beim Wickeln weint?

Wenn dein Baby beim Wickeln weint, steckt meist kein ernsthafter Grund dahinter. Oft sind es Kleinigkeiten, die Unbehagen auslösen.

Mögliche Ursachen können sein:

  • Kälte

  • Hunger

  • Müdigkeit

  • Reizüberflutung

  • Bedürfnis nach Nähe

  • das Gefühl, plötzlich nackt zu sein

Eine warme Umgebung kann helfen, das Wickeln angenehmer zu gestalten. Auch angewärmte Feuchttücher oder Waschlappen werden von vielen Babys als angenehmer empfunden.

Sprich ruhig mit deinem Baby, halte Blickkontakt und erkläre, was du gerade machst. Manche Babys lassen sich durch ein Mobile, ein kleines Spielzeug oder ein Lied ablenken. Auch eine leichte Begrenzung durch zusammengerollte Handtücher neben dem Körper kann für mehr Geborgenheit sorgen.

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Baby dreht sich beim Wickeln – was hilft?

Sobald Babys mobiler werden, möchten sie oft nicht mehr still auf dem Rücken liegen. Viele beginnen sich zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat beim Wickeln wegzudrehen. Das ist völlig normal und ein Zeichen ihrer Entwicklung.

Hilfreich können sein:

  • Spielzeug oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten

  • lustige Grimassen oder Bespaßung durch Singen, "Knabbern" der Füßchen

  • ein Mobile über dem Wickelplatz

  • Wickeln im Stehen, sobald das Kind sicher stehen kann

  • Windelpants

Manche Eltern wechseln in dieser Phase auch vom Wickeltisch auf eine gepolsterte Unterlage am Boden. Dadurch wird das Risiko eines Sturzes reduziert.

Und ganz wichtig: Bleib möglichst gelassen. Fast alle Babys durchlaufen diese Phase – und sie geht auch wieder vorbei.

Baby pinkelt beim Wickeln – ganz normal?

Ja, das kommt häufiger vor, als viele Eltern denken. Vor allem bei Jungen löst die kühlere Luft nach dem Öffnen der Windel oft einen natürlichen Reflex aus.

Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich die Wahrscheinlichkeit etwas verringern:

  • Vor dem Öffnen der Windel kurz mit einem feuchten Waschlappen über den Bauch streichen.

  • Nach dem Öffnen der Windel ein Tuch auf den Genitalbereich legen.

  • Für eine angenehm warme Raumtemperatur sorgen.

  • Wechselkleidung griffbereit halten.

Und falls doch einmal etwas daneben geht: Das gehört zum Alltag mit Baby einfach dazu.

Fazit: Mit etwas Übung wird Wickeln schnell zur Routine

Gerade am Anfang wirkt das Wickeln für viele Eltern ungewohnt. Doch schon nach kurzer Zeit werden die Handgriffe selbstverständlich. Wichtig ist vor allem eine ruhige Atmosphäre, die passende Ausstattung und etwas Gelassenheit, wenn nicht immer alles nach Plan läuft.

Ob zu Hause oder unterwegs, mit Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln: Mit der Zeit findet jede Familie ihren eigenen Weg. Und oft werden aus den vielen kleinen Wickelmomenten ganz besondere Augenblicke voller Nähe, Vertrauen und gemeinsamer Routinen.