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Dein Baby schreit beim Stillen: Warum das passiert und was wirklich hilft

Wenn dein Baby beim Stillen schreit, machst du dir wahrscheinlich schnell Sorgen. Vielleicht fragst du dich, ob du zu wenig Milch hast oder etwas nicht stimmt. Tatsächlich kann es ganz unterschiedliche Gründe geben, wenn dein Baby beim Trinken weint – vom Anlegen über einen starken Milchspendereflex bis hin zu einem sogenannten Stillstreik. Wir zeigen dir, welche Ursachen hinter dem Schreien beim Stillen stecken können, woran du erkennst, ob dein Baby ausreichend Milch bekommt und wann es sinnvoll ist, dir Unterstützung zu holen.
Dein Baby schreit beim Stillen: Warum das passiert und was wirklich hilft

Warum schreit mein Baby beim Stillen?

Wenn dein Baby während des Stillens schreit oder weint, bedeutet das nicht automatisch, dass es zu wenig Milch bekommt. Schreien ist zunächst ein Signal dafür, dass dein Baby gerade mit etwas nicht zurechtkommt. Die Ursache kann ganz unterschiedlich sein und liegt nicht immer an der Milchmenge.

Wichtig ist deshalb, genau hinzuschauen, wann dein Baby schreit. Wird es schon beim Anlegen unruhig? Lässt es die Brust immer wieder los? Verschluckt es sich während des Trinkens oder schreit direkt an der Brust? Je nachdem, wann das Verhalten auftritt, kommen unterschiedliche Ursachen infrage. (Liane Emmersberger: „Schreien“ vs. Koliken/Blähungen des Säuglings / Start ins Leben, 2020)

Baby schreit beim Stillen: Baby zum Stillen anlegen.

Warum wird mein Baby an der Brust unruhig?

Nicht jedes Baby findet von Anfang an problemlos an die Brust. Wird dein Baby beim Stillen unruhig, lässt die Brust immer wieder los oder beginnt zu weinen, können ganz unterschiedliche Ursachen dahinterstecken. Möglicherweise kann es die Brust noch nicht gut erfassen oder hat Schwierigkeiten beim Saugen.

Dein Baby richtig anlegen: Warum es noch nicht klappt

Wenn dein Baby die Brust nicht richtig erfasst, muss es deutlich mehr Kraft aufwenden, um Milch zu trinken. Gleichzeitig wird die Brust oft nicht effektiv entleert. Das kann dazu führen, dass ein Baby beim Stillen unruhig wird und die Brustwarze immer wieder loslässt.

Achte darauf, dass dein Baby den Mund weit öffnet und möglichst viel vom Warzenhof erfasst – nicht nur die Brustwarze. So kann es die Brust besser entleeren und effektiver trinken. Erfasst dein Baby die Brust richtig, fällt ihm das Trinken deutlich leichter. Dadurch trinken viele Babys ruhiger und rhythmischer und lassen die Brust seltener frustriert wieder los. (La Leche Liga Deutschland e. V.: Anlegen und Stillpositionen, 2013)

Mehr Tipps zum richtigen Anlegen findest du in unserem Ratgeber zum richtigen Stillstart.

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Saugverwirrung kann das Stillen erschweren

Manche Babys haben Schwierigkeiten, zwischen dem Trinken an der Brust und aus der Flasche zu wechseln. An der Brust muss dein Baby mit Zunge und Kiefer aktiv arbeiten, um die Milch effektiv aus der Brust zu trinken. Aus der Flasche fließt die Milch dagegen meist leichter. Dadurch kann es vorkommen, dass manche Babys an der Brust Schwierigkeiten haben, wieder die richtige Trinktechnik anzuwenden. Sie werden beim Stillen frustriert, weinen oder lassen die Brust immer wieder los.

Nicht jedes Baby entwickelt jedoch eine Saugverwirrung. Viele Säuglinge wechseln problemlos zwischen Brust und Flasche, während andere sensibler auf die unterschiedlichen Trinktechniken reagieren. Wird dein Baby gestillt und nach einiger Zeit zusätzlich mit der Flasche gefüttert, kann eine Saugverwirrung dazu führen, dass das Trinken an der Brust plötzlich schwieriger wird. Eine Hebamme oder Stillberaterin kann gemeinsam mit dir prüfen, ob das die Ursache ist. (Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung: Zufütterungstechniken für gestillte Säuglinge, 2004)

Baby schreit beim Stillen: Babyfüße.

Ein starker Milchspendereflex kann dein Baby überfordern

Manche Babys schreien beim Stillen, obwohl sie die Brust gut erfassen. Ein möglicher Grund kann ein besonders starker Milchspendereflex sein. Fließt die Milch sehr schnell oder besonders kräftig, haben manche Babys Schwierigkeiten, beim Atmen und Schlucken mit dem Milchfluss Schritt zu halten.

Manche Babys verschlucken sich dann häufiger, lassen die Brust plötzlich los oder beginnen während des Stillens zu schreien oder zu weinen. Andere trinken sehr hastig und schlucken dabei zusätzlich Luft. Die verschluckte Luft kann anschließend zu Unruhe oder Bauchbeschwerden führen.

Beobachtest du dieses Verhalten beim Trinken häufiger, kann eine Hebamme oder Stillberaterin eure Stillsituation beobachten, einen starken Milchspendereflex als mögliche Ursache einordnen und euch zeigen, wie dein Baby trotz des kräftigen Milchflusses ruhiger trinken kann. (Liane Emmersberger: „Schreien“ vs. Koliken/Blähungen des Säuglings / Start ins Leben, 2020)

Baby schreit beim Stillen: Baby zum Stillen angelegt.

Stillstreik und Brustschimpfphase: Wenn dein Baby plötzlich die Brust verweigert

Manche Babys beginnen plötzlich, die Brust anzuschreien, sich wegzudrehen oder sie immer wieder loszulassen, obwohl das Stillen zuvor gut funktioniert hat. Dahinter kann ein Stillstreik stecken, auch Brustschreiphase oder Brustschimpfphase genannt. Wichtig zu wissen: Das bedeutet in der Regel nicht, dass dein Baby sich selbst abstillen möchte. Wenn dein Baby die Brust plötzlich verweigert, handelt es sich in der Regel um eine vorübergehende Phase oder einen Wachstumsschub.

Auslöser für die Verweigerung der Brust können beispielsweise eine verstopfte Nase, Zahnen, Mundsoor, eine Mittelohrentzündung oder Stress sein. Auch Veränderungen wie eine vorübergehende Trennung oder ein ungewohnter Duft können dazu führen, dass dein Baby die Brust plötzlich ablehnt.

Versuche, deinem Baby die Brust immer wieder ruhig und ohne Druck anzubieten. Viel Hautkontakt kann ebenso helfen wie eine andere Stillposition oder das Anlegen im Halbschlaf. Hält der Stillstreik an oder trinkt dein Baby längere Zeit zu wenig, solltest du deine Hebamme, eine Stillberaterin oder deine Kinderärztin bzw. deinen Kinderarzt um Rat fragen. (Gemeinschaftspraxis der Kinder- und Jugendärzte: Stillratgeber)

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Habe ich zu wenig Milch zum Stillen?

Viele Mütter vermuten zunächst, dass ihr Baby beim Stillen schreit, weil es nicht genug Milch bekommt. Tatsächlich lässt sich das jedoch nicht daran erkennen, wie häufig dein Baby trinken möchte oder ob es zwischendurch weint. Entscheidend sind andere Anzeichen, die dir helfen, die Situation besser einzuordnen.

Woran erkennst du, dass dein Baby genug Milch bekommt?

Ob dein Baby ausreichend Milch bekommt, lässt sich am besten anhand mehrerer Merkmale beurteilen. Besonders wichtig sind:

  • eine altersgerechte Gewichtszunahme

  • ausreichend nasse Windeln

  • ein insgesamt wacher, zufriedener Eindruck zwischen den Stillmahlzeiten

Auch beim Trinken an der Brust selbst gibt es Hinweise: Trinkt dein Baby ruhig und rhythmisch und schluckt hörbar, spricht das meist für eine gute Milchaufnahme.

Gerade in den ersten Wochen möchten viele Babys sehr häufig an die Brust. Sie trinken nicht nur aus Hunger, sondern suchen auch Nähe, Geborgenheit und Beruhigung. Gleichzeitig regt häufiges Stillen die Milchbildung an. Häufiges Anlegen allein ist deshalb kein Zeichen dafür, dass dein Baby zu wenig Milch bekommt. (La Leche Liga Deutschland e. V.: Trinkt mein Baby genug Milch? 2019)

"Bei Kind 1 hatte ich keine Ahnung, lag im Krankenhaus, und bei jedem Schichtwechsel hat mir die Kinderkrankenschwester andere Tipps gegeben. Ich war dann komplett überfordert und hatte zudem die ganze Zeit Sorge, dass das Baby hungert."

Eltern-Erfahrungsbericht aus dem Ehrenkind-Team

Baby schreit beim Stillen: Hautkontakt von Mutter und Baby.

So kannst du deinen Milchfluss anregen

Wenn du Sorge hast, zu wenig Milch zu haben, kannst du sowohl den Milchfluss als auch die Milchbildung unterstützen. Häufiges und effektives Trinken regt die Milchproduktion an. Auch eine entspannte Atmosphäre kann dazu beitragen, dass die vorhandene Milch leichter fließt.

Folgende Maßnahmen können helfen, den Milchfluss anzuregen:

  • Häufig anlegen: Je öfter dein Baby an der Brust trinkt, desto stärker wird die Milchproduktion angeregt. Biete deinem Baby deshalb möglichst nach Bedarf die Brust an.

  • Für Ruhe sorgen: Stress, Zeitdruck oder Schmerzen können den Milchspendereflex beeinträchtigen. Eine ruhige Umgebung und möglichst entspannte Stillmahlzeiten können deshalb hilfreich sein.

  • Viel Nähe: Kuscheln und Hautkontakt fördern die Ausschüttung von Oxytocin – einem Hormon, das den Milchspendereflex unterstützt.

  • Unterstützung annehmen: Wenn du unsicher bist, helfen Hebamme oder Stillberaterin dabei, mögliche Ursachen für eine geringe Milchmenge zu erkennen und gemeinsam passende Lösungen zu finden.

Nimmt dein Baby dennoch nicht ausreichend zu oder bist du weiterhin unsicher, lass die Situation frühzeitig von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin beurteilen. (La Leche Liga Deutschland e. V.: 10 Tipps: So fließt reichlich Muttermilch, 2012)

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Ab wann solltest du zufüttern?

Viele Mütter überlegen irgendwann, ob sie ihr Baby zusätzlich füttern sollten. Häufiges Trinken an der Brust oder ein unruhiges Baby allein sind jedoch kein Grund, vorschnell zuzufüttern. Vor allem in den ersten Lebenswochen trinken viele Babys sehr häufig. Das allein ist noch kein Hinweis darauf, dass deine Milch nicht ausreicht.

Ob ein Stillkind zugefüttert werden sollte, lässt sich nicht an einem einzelnen Anzeichen festmachen. Entscheidend sind unter anderem die Gewichtsentwicklung, ausreichend nasse Windeln und der allgemeine Eindruck deines Babys. Deshalb sollte die Entscheidung immer gemeinsam mit deiner Hebamme oder deiner Kinderärztin bzw. deinem Kinderarzt getroffen werden. (La Leche Liga Deutschland e. V.: Trinkt mein Baby genug Milch? 2019)

"Ich musste den ersten Monat mit Pre-Nahrung etwas zufüttern. Das fand ich zwar doof, aber ich bin weiter dran geblieben und habe weiter gepumpt und gestillt. […] Nach ca. einem Monat hatte sich dann alles eingependelt und der Arzt meinte, ich bräuchte nicht mehr zufüttern, der Kleine nehme genug zu. Dann habe ich mein Kind insgesamt 22 Monate lang gestillt."

Eltern-Erfahrungsbericht aus dem Ehrenkind-Team

Muss vorübergehend mit Milchpulver zugefüttert werden, bedeutet das nicht, dass eure Stillbeziehung beendet ist. Häufig lässt sich das Zufüttern mit weiterem Stillen kombinieren, bis sich die Milchbildung eingespielt hat. Wenn du wissen möchtest, ab welchem Alter Beikost empfohlen wird und wie der Übergang gelingt, findest du alle Informationen in unserem Ratgeber zur Beikost.

Baby schreit beim Stillen: Baby mit Wärmekissen.

Wann solltest du dir Hilfe holen?

Nicht jedes Baby findet beim Stillen sofort seinen Rhythmus. Bleibt dein Baby beim Trinken jedoch dauerhaft unruhig, schreit bei fast jeder Mahlzeit oder nimmt nicht ausreichend zu, solltest du dir Unterstützung holen. Deine Hebamme ist meist die erste Ansprechpartnerin. Sie kann beobachten, wie dein Baby an der Brust trinkt, mögliche Ursachen erkennen und dir praktische Tipps für eure individuelle Situation geben. Reicht ihre Unterstützung nicht aus oder sind die Beschwerden komplexer, kann eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC) euch zusätzlich begleiten.

Schreit dein Baby regelmäßig während oder unmittelbar nach dem Stillen, obwohl das Anlegen und Trinken unauffällig wirken, können auch körperliche Beschwerden wie Reflux dahinterstecken. Das sollte kinderärztlich abgeklärt werden. Viele Schwierigkeiten lassen sich mit fachlicher Unterstützung besser einordnen und gezielt angehen. Je früher die Ursache erkannt wird, desto eher findet ihr eine Lösung, die zu dir und deinem Baby passt.

Disclaimer: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen stellen keinen Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Ehrenkind schließt jegliche Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Information getroffen werden, aus. Die Angaben sollen ausschließlich zur allgemeinen Information dienen und keinen Ersatz für eine persönliche ärztliche Beratung darstellen. Die Urheberrechte aller Inhalte liegen bei der Ehrenkind GmbH. Alle Rechte vorbehalten.